Lichtbogenschweißen II

Ist der Schweißfluß erstarrt, liegt auf der fertigen Schweißnaht eine Schlackeschicht. Die entstammt zum größten Teil der Ummantelung der Elektrode und dient unter anderem dazu, das Schweißbett vor der Oxidation durch den in der Luft enthaltenen Sauerstoff zu schützen. Mit einem Spitzhammer und einer groben Drahtbürste, die beide zur Ausstattung gehören sollten, entfernen Sie die erstarrte Schlacke von der Schweißnaht.

Experimentieren Sie bei Ihren ersten Übungen ein wenig herum. Verringern oder erhöhen Sie den Abstand der Schweißelektrode zum Blech. Verändern Sie die Geschwindigkeit, mit der Sie die Elektrode über die Naht führen und die Neigung der Elektrode. Schweißen Sie waagerecht, senkrecht – von unten nach oben und umgekehrt.  Nehmen Sie sich dafür etwas Zeit und tüfteln auf diese Weise herum: learning by doing.  Ich glaube, wenn Sie noch nie zuvor mit einem solchen Gerät gearbeitet haben, bekommen Sie am schnellsten ein recht gutes ‘Gefühl’ für die Handhabung. Vor allem, wenn’s mal nicht so auf Anhieb klappt, nicht aufgeben – Sie experimentieren nur herum.

Vielleicht haben Sie bei Ihren Experimenten herausgefunden, dass sich die Elektrode viel besser führen läßt, wenn sie leicht angewinkelt (70 -75°) zum Werkstück steht und nicht etwa senkrecht. Das wäre schon mal ein sehr gutes Ergebnis und die ganze Mühe Wert.

Üben sie so viel sie können auch mit unterschiedlichen Blechstärken. Sie werden sehen, dass Sie für das Schweißen von dünnen Blechen mit geringerem Strom arbeiten müssen.  Testen Sie dazu auch verschiedene Elektrodendurchmesser.

Versuchen Sie als nächstes zwei Bleche miteinander zu verschweißen.

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Heften Sie dafür zwei kurze Bleche wie auf der Skizze angedeutet mit zwei Schweißpunkten  zusammen und schweißen anschließend die Naht zu. Sie werden sehen, wie sich die Schweißnaht beim Erkalten zusammenzieht.

Mit diesen und ähnlichen Effekten werden sie’s beim Schweißen immer wieder zu tun haben.  Beim Erwärmen dehnt sich das Metall aus, beim Erkalten zieht es sich wieder zusammen. Würde sich das Metall beim Erkalten wieder auf exakt dieselben Ausdehnungen zusammenziehen wie vor dem Erhitzen, wäre alles gut und müsste hier nicht mal erwähnt werden  – leider sieht die Praxis anders aus:  Das Metall zieht sich ungleichmäßig und unvollständig zusammen, wird wellig und verwindet sich.

Das ist nicht erwünscht.  Versuchen Sie beim Schweißen nur soviel Hitze – und nur an den erforderlichen Stellen – in das Metall zu bringen, wie für eine stabile Schweißnaht nötig ist. Leicht gesagt – aber wie schafft man das?

Manchmal ist es gar nicht nötig, eine durchgehende Schweißnaht anzulegen. Oft reichen kurze Schweißraupen oder sogar nur einige kräftige Schweißpunkte um zwei Bleche dauerhaft und solide miteinander zu verbinden. Auch hier hat man irgendwann den ‘Bogen raus’.