Lichtbogenschweißen III – MIG/MAG

Schutzgasschweißen hat sich im Verlauf der letzten Jahr im Hobbybereich immer mehr durchgesetzt. Vor allem viele Auto-Schrauber schwören auf die einfache Handhabung dieser Geräte bei ausgezeichneten Ergebnissen beim Schweißen dünner Bleche. Und das sicherlich nicht ohne Grund. – In mancher Hinsicht allerdings scheiden sich die Geister bei der Frage, was denn nun das bessere Verfahren sei. Lohnt sich die Anschaffung eines Schutzgasschweißgerätes für Hobbybastler?

Immerhin liegen die Preise für gute Geräte doch um einiges über denen qualitativ gleichwertiger Elektroden-Geräte. Hinzu kommen beim Schweißen die zusätzlichen Verbrauchskosten für die verwendeten Gase.

Beim ‘Metallschweißen mit innerten Gasen’ (MIG) oder ‘Metallschweißen mit aktiven Gasen’ (MAG) wird der durch den Lichtbogen schmelzende Schweißdraht durch einen Motor über einen Schlauch an die Schweißnaht herangeführt. Über diesen Schlauch wird außerdem zum Schutz des Schweißbades das Schutzgas in einer bestimmten Menge/Mischung zugeführt. Diese Gase beeinflussen auch den Lichtbogen (Spritzverluste, Tropfengröße, etc.) und damit die Qualität der Schweißnaht.  Als Schutzgase kommen Argon, Helium oder Mischgase (CO2, O2) zur Anwendung.

Der Schweißdraht ist auch in geringen Stärken von 0,8mm erhältlich. Dieser Draht eignet sich besonders zum Verschweißen dünner Bleche mit kurzem Lichtbogen und daher geringem Wärmeeintrag. (Wärmeverzug)

Alles kinderleicht – oder?
Das Schutzgasschweißen ist sehr einfach und unkompliziert: Man drückt auf den Knopf und schon kommt der Draht von der Rolle und man kann munter vor sich hin brutzeln. Alles andere regelt das Gerät fast wie von selbst. – Schön wär’s.
In der Praxis sieht es schon etwas anders aus:

Beim MIG/MAG kann der Schweißprozeß hauptsächlich durch zwei Größen beeinflusst werden: Die Schweißspannung und den Drahtvorschub. Die Stromstärke wird vom Gerät selbst geregelt. In Abhängigkeit von der Spannung ergibt sich die Länge des Lichtbogens. Die Schweißleistung wird durch die Drahtvorschubgeschwindigkeit bestimmt. Und damit auch die Wärmmenge, die man in’s Werkstück gibt. Drahtvorschub und Spannung müssen zueinander passen. Das richtige Verhältnis ist abhängig vom Schutzgas, Abstand vom Werkstück und Drahtdurchmesser.  Diese Größen müssen zueinander passen.

Daran wird deutlich: Auch für das Schutzgasschweißen ist Erfahrung und Übung erforderlich. Und zumindest den Spruch, dass mit Schutzgas alles geht und alles so viel leichter sei, halte ich für sehr optimistisch.