Lichtbogenschweißen – schweißen mit Strom I

Beim Lichtbogenschweißen liegen an der Schweißelektrode und am Werkstück die jeweils entgegengesetzten Pole einer besonderen Stromquelle: dem E-Schweißgerät. Das Besondere an dieser Stromquelle ist die enorme Leistung, die es liefern kann.  Es gibt derartige Schweißgeräte mit 200 ja sogar 400 Ampere und mehr. Dafür sind die Spannungen eher gering. Die gängigsten Schweißgeräte besitzen eine Leerlaufspannung von ca. 34 – 70 Volt. Die Leerlaufspannung ist die Spannung die an den Klemmen des Schweißgerätes gemessen werden kann, wenn man gerade nicht schweißt.  Denn noch etwas besonderes zeichnet diese   Geräte aus. Beginnt man mit dem  Schweißen, begrenzen sie die Spannung auf einen viel geringeren Wert.  Je nach eingestellter Stromstärke, Gerätetypen, Schweißverfahren und verwendete Elektrode  liegt die Arbeitsspannung bei etwa 15 – 40 Volt. Diese Werte sind jedoch nur ungefähre Angaben.

In der Tat

Der Schweißvorgang läuft ungefähr folgendermaßen ab: Am Werkstück wird die Polklemme befestigt – manchmal ist es auch eine Schraubzwinge, die einen Pol des Schweißgerätes mit dem Werkstück verbindet. Ist das Werkstück klein, läßt sich die Klemme vielleicht nicht richtig anbringen. Dann legt man das Werkstück auf eine leitende Unterlage (stabiles Blech oder Rost ) und befestigt die Polklemme an der Unterlage. Auf gute, möglichst kurze elektrische Verbindung zwischen Werkstück, Unterlage und Polklemme achten. Deshalb sollte das Werkstück immer metallisch blank sein – so gut es geht, jedenfalls.  Bevor Sie loslegen, sollten Sie einen Blick in das  Bedienungshandbuch des Schweißgerätes werfen. Dort werden die Funktionen der Schalter und Regler des Gerätes erläutert. Manchmal geben die Hersteller hier noch zusätzliche wissenswerte Informationen über den Schweißvorgang oder das Arbeitsverhalten der Geräte an.

Elektroden-Schweißgerät
Elektroden-Schweißgerät

Üben, üben, üben

Die Elektrode befindet sich im Elektrodenhalter.  Dieser besitzt einen isolierten Griff, den Sie nun in die Hand nehmen. In die andere Hand nehmen Sie den Schweißschild und halten ihn vor das Gesicht. Mit der dritten Hand… Tippen Sie mit der Elektrode kurz auf das Werkstück. Der Lichtbogen zündet – oder zumindest sollte er das. Wenn nicht, ist vielleicht der Schweißstrom zu niedrig eingestellt oder das Werkstück hat keinen Kontakt mit der Polklemme. Oder Sie haben das Schweißgerät nicht eingeschaltet… :)

Hat der Lichtbogen gezündet, versuchen Sie, den ‘richtigen’ Elektrodenabstand zum Werkstück einzuhalten. Dieser Abstand entspricht für unsere Zwecke in etwa dem Durchmesser der Schweißelektrode.

(Hatte ich schon erwähnt, dass Sie viel üben sollten? Bitte beachten Sie auch die Sicherheitshinweise!) Legen Sie also zunächst ein paar Schweißnähte auf ein Stück dickes Blech. Sie tragen also Schweißnähte auf die geschlossene Oberfläche des Blechs auf. Das nennt man deshalb Auftragsschweißung.