Metall bohren


Werbung

Beim Bohren von Metall sollten Sie auf geeignete Bohrwerkzeuge achten. Man verwendet hierfür Metallbohrer die aus einem besonders harten Stahl oder aus Legierungen mehrerer verschiedener Metalle gefertigt wurden. Auch die Geschwindigkeit ist wichtig. Nicht alle Werkstoffe werden mit der gleichen Umdrehungszahl und Vorschubgeschwindigkeit gebohrt. Andererseits ist die ganze Geschichte auch nicht so kompliziert, dass man nicht auch als Heimwerker mit relativ günstigen Werkzeugen zu befriedigenden Ergebnissen gelangen könnte. Darum soll es hier im Folgenden gehen.

Um mit einer Handbohrmaschine in Metall genau senkrechte und präzise Löcher zu bohren, sollten Sie einen Bohrständer verwenden. Ansonsten laufen Sie Gefahr eher kegelförmige anstatt gleichmäßig kreisförmige Löcher zu bohren. Bohren in Metall, ohne Bohrständer, führt viel häufiger zum Verkanten des Bohrers als das bei anderen Materialien der Fall ist. Das ist zumindest meine eigene Erfahrung.

Kleine Werkstücke müssen beim Bohren immer fest eingespannt werden; zum einen ist präzises Arbeiten so viel einfacher, zum anderen verhindern Sie Verletzungen. Ein verkanteter Bohrer kann durchaus schon mal ein kleines Werkstück mitreißen: Wenn das Werkstück allerdings erst mal mit 300-400 Umdrehungen/min um den Bohrer rotiert und die Finger dabei im Wege sind, kommt diese Einsicht meist zu spät.

Anreißen, Markieren und Ankörnen

Benutzen Sie nicht gerade einen Titanbohrer mit Zentrierspitze, ist es besser, das Bohrloch vor dem Bohren anzukörnen. Setzen Sie die Körnerspitze auf die zuvor angerissene Markierung und treiben mit einem Hammerschlag auf das Körnerende eine kleine Vertiefung in das Werkstück. Dadurch erreichen Sie eine bessere Führung der Bohrerspitze.

Beim Ankörnen von dünnen Blechen kann man mit einer massiven Unterlage aus Metall oder Holz Dellen und Verwerfungen im Blech vermeiden.

Große Bohrungen mit mehr als 10 mm sollte man mit kleineren Durchmessern vorbohren und anschließend auf das Endmaß aufbohren. Die Drehzahl wird beim Aufbohren noch einmal auf etwa die Hälfte reduziert. Für ein befriedigendes und genaues Ergebnis ist nun ein Bohrständer unbedingt zu empfehlen, denn die Gefahr des Verkantens ist hierbei noch größer. Außerdem zieht sich der Bohrer mitunter förmlich in das Bohrloch.

Die Geschwindigkeit beim Bohren in Metall

Wichtig ist beim Metallbohren die Geschwindigkeit. Als Faustformel gilt:

Je kleiner der Bohrerdurchmesser, umso größer die Geschwindigkeit, also

Kleiner Bohrerdurchmesser – größere Geschwindigkeit

größerer Bohrerdurchmesser – kleinere Geschwindigkeit

Genaue Auskunft geben sogenannte Schnittwerttabellen, in denen verschiedene Werkstoffe mit den typischen Geschwindigkeiten aufgeführt sind. Denn neben dem Durchmesser des Bohrlochs ist auch die Härte des Werkstoffs ausschlaggebend. Hier gilt: Harte Werkstoffe werden mit kleinerer Geschwindigkeit gebohrt als weiche.

Wenn Sie mit Unterbrechungen bohren, den Bohrer also immer wieder aus dem Material herausziehen, können Sie zwischendurch auch gleich die Bohrspäne entfernen. Aber bitte nicht mit der Hand wegwischen, sondern am besten mit einem alten Handfeger oder großen Pinsel.

Metallbohren mit Kühlmittel

Da beim Bohren in Metall sehr hohe Temperaturen entstehen können, die sowohl das Werkstück, wie auch den Bohrer zerstören können, sollte ein Kühlmittel verwendet werden. Geeignet ist Wasser oder Öl oder eine Mischung aus beiden (Emulsion).

Welcher Metall-Bohrer ist der "Richtige"?

Im professionellen Bereich benutzt man oft Bohrwerkzeuge mit einer Schneidengeometrie, die genau auf die Metallsorte des Werkstücks abgestimmt ist. Schnittleistung und Lebensdauer solcher Werkzeuge sind deshalb entsprechend hoch.

Für kleine Durchmesser in Metall oder für Bohrungen in Holz und Kunststoff reicht aber durchaus ein ganz einfacher HSS-Bohrer aus dem Baumarkt. Damit hat man mit einem Metallbohrer praktisch ein kleines Universalwerkzeug zur Hand. Sobald es aber darum geht, legierte Stähle zu bohren, kommt man hier schnell an die Grenze des Machbaren.

Denn je härter das zu bohrende Metall, umso höher sind auch die Anforderungen an das Werkzeugmaterial. Hartes Material sollte man mit härterem Material bohren. Denn auch davon hängt letztendlich die Schneidleistung und die Standzeit (Haltbarkeit) eines Metallbohrers ab.

Deshalb beschichten und legieren die Werkzeughersteller ihre Werkzeugstähle mit anderen Elementen wie Cobalt, Molybdän oder Titan. Diese Werkzeuge erreichen oft sagenhafte Schnittleistungen bei sehr geringem Verschleiß – aber leider manchmal auch sagenhafte Preise. Trotzdem lohnt die Anschaffung für die Arbeit mit Edelstahl oder anderen Spezialstählen. Insbesondere die neuen Titanwerkzeuge haben da einiges zu bieten.

Es gibt allerdings gravierende Unterschiede in der Qualität der verwendeten Stähle, und Billigimporte gibt es nicht nur bei Tomaten und Textilien, sondern auch im Werkzeugbereich. Deshalb ist es bei solchen Anschaffungen sicher kein Fehler auf bekannte Marken zurückzugreifen. Der spezialisierte Fachhandel ist hier die erste Adresse.

Werbung
Metall bohren zuletzt geändert : Juni 20th, 2011 by ba