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Selbst galvanisieren


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Viele Hobby-Bastler galvanisieren selbst. Ob beim Modellbau, der Schmuckherstellung oder in der Elektronik – selbst galvanisieren ist wirklich leicht.  Worum geht’s eigentlich beim Galvanisieren, welche Materialien werden benötigt? In einer Reihe von Artikeln habe ich mich hier mit diesem  Thema beschäftigt.

Lesen Sie auch eventuell auch meine Übersicht über das Thema Galvanisieren.
Am Beispiel des Verkupferns möchte ich Ihnen hier den Vorgang des Galvanisierens erklären. Das macht Sinn, da für das Vergolden sowieso ein vorheriges Verkupfern notwendig ist.

Bevor es richtig losgeht, eine Bitte:  Lesen Sie bitte die Sicherheitshinweise!

Das Galvanisieren kann in zwei Arbeitsschritte unterteilt werden:

  • Die Vorbehandlung – Reinigung des Werkstücks – leitend machen von Nichtmetalloberflächen
  • Das Verkupfern

Die Vorbehandlung des Werkstücks
Für die Reinigung des Werkstücks benötigen Sie folgendes Material:

  • Reinigungsgefäß
  • Metallputzmittel oder flüssiges feinkörniges Scheuermittel
  • eine alte Zahnbürste
  • Papiertücher bzw. Lappen oder Silberputztücher
  • Aceton oder Spiritus oder ölfreien Nagellackentferner
  • eine Pinzette wäre gut

Das Werkstück muss sehr gründlich gereinigt und entfettet werden. Das ist für einen einwandfreien Metallüberzug wichtig. Deshalb sollten Sie das Werkstück, wenn möglich, mit viel Wasser und Scheuermittel zunächst sehr sorgfältig von grobem Schmutz reinigen.
Danach lassen sich mit einer alten Zahnbürste aus den Vertiefungen Verunreinigungen herausschrubben. Anschließend mit einem fettfreien Lappen trockenreiben. Erst wenn das Werkstück völlig gesäubert ist, sollten Sie mit weiteren Arbeitsschritten beginnen.

Metallgegenstände müssen entfettet werden. Dies macht man mit Aceton, Spiritus oder ölfreiem Nagellackentferner. Auch hier sollten Sie sehr sorgfältig arbeiten. Wenn Sie das Werkstück danach unter fließendem Wasser abspülen, sollte das Wasser die gesamte Oberfläche benetzen – dann haben Sie beim Reinigen und Entfetten gründlich gearbeitet. Berühren Sie aber das Werkstück nicht mehr mit den Fingern, sondern verwenden Sie eine Pinzette.

Das Verkupfern

Befüllen Sie das Galvanisiergefäß mit dem Elektrolyten. Nehmen Sie nun die mit Anschlussklemmen versehenen Kabel und verbinden Sie ein Ende des errechneten Vorwiderstandes mit dem Pluspol der Batterie und das andere Ende mit dem Blech (Anode). Legen Sie nun das gesäuberte und leitend gemachte Werkstück in den Elektrolyten. Befestigen Sie nun bitte ein Stückchen stabilen Draht so, dass er dauerhaft das Werkstück im Elektrolyten berührt und verbinden Sie den Draht mit dem Minuspol der Batterie. Der Stromkreis ist nun geschlossen und der Galvanisierungsvorgang setzt ein.

Die erforderliche Dauer für das Verkupfern ist unterschiedlich und hängt von der Stromstärke und von der benötigten Dicke des Überzugs ab.
Ein hauchdünner Kupferüberzug braucht etwa eine halbe Stunde. Wenn eine gewisse mechanische Stabilität gewünscht ist, benötigt man einige Stunden bis Tage. Exakte Werte lassen sich hier schwer angeben, hier ist etwas experimentieren angesagt.

Nach dem Verkupfern entnehmen Sie das Werkstück dem Elektrolyten und spülen ihn unter fließendem Wasser sehr gründlich ab. Anschließend läßt sich das Werkstück mit einer dünnen Lackschicht überziehen. Das verhindert ein Anlaufen der frischen Metallschicht.

Verbrauchte Elektrolyten müssen als Sondermüll entsorgt werden und gehören auf keinen Fall in das Abwasser.

Selbst galvanisieren zuletzt geändert : Oktober 11th, 2014 by ba
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