Schweißtechnik für die Hobbywerkstatt

Nicht jeder braucht es, schon gar nicht jeden Tag; aber es ist doch schön, wenn man eines zur Hand hat: Ein Schweißgerät für die Hobbywerkstatt. – Braucht man das wirklich? Lohnt sich die Anschaffung solcher nicht ganz billigen Geräte? Wenn ja wozu – und was ist Schweißen überhaupt? Diesen und anderen Fragen versuche ich in den nächsten Tagen in ein paar kurzen Artikeln auf den Grund zu gehen und fasse aus einer Vielzahl von Informationen zum Thema das zusammen, was mir für HobbybastlerInnen wichtig erscheint. Dabei werden Sie nicht das Schweißen lernen; das erfordert viel Üben und Ausprobieren.  Aber einen guten Überblick erhalten Sie schon und vielleicht packt sie ja beim Lesen die Neugier, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Darum versuche ich mich heute erstmal einmal mit der Frage, was Schweißen überhaupt ist.

Ich hoffe, der eine oder andere interessierte Hobbybastler, der bisher noch nicht viel mit dem Schweißen zu schaffen hatte, findet hier die Informationen für einen Einstieg. In diesem Sinne viel Erfolg und hoffentlich viel Vergnügen beim Lesen.

Schweißen
Gelingt es, durch Hitzeeinwirkung zwei Materialien zum Schmelzen zu bringen und im verflüssigten Zustand zu vermengen, spricht man vom thermischen Schweißen. So allgemein formuliert trifft das auf eine Reihe von Werkstoffen zu: Glas, bestimmte Kunststoffe und einige Metalle gehören dazu. Werkstoffe aus diesen Materialien lassen sich auf die beschriebene Weise zu hochfesten dauerhaften Verbindungen zusammenfügen.  Im Folgenden soll es um das Schweißen von Metallen gehen.

Es gibt eine große Zahl von Schweißverfahren und -techniken, die das Schweißen fast wie eine Wissenschaft erscheinen lassen:  Bei einem Blick in Wikipedia zum Thema stößt man auf Begriffe wie Feuerschweißen, Gasschmelzschweißen, Lichtbogenhandschweißen, Schutzgasschweißen (MIG, MAG, WIG),  Impulsschweißen, Plasmaschweißen, Arcatom-Schweißen, Orbitalschweißen, Punktschweißen, Rollennahtschweißen, Buckelnahtschweißen, Kaltpressschweißen, Rotationsreibschweißen, Ultraschallschweißen, Unterpulverschweißen, Laserstrahlschweißen, Elektronenstrahlschweißen, Aluminothermisches Schweißen, Sprengschweißen, Diffusionsschweißen.

Für bestimmte Anforderungen, zum Beispiel für die Herstellung von Erzeugnissen in der Industrie, bieten die beschriebenen Techniken vielleicht besondere Vorteile, weil sie besonders kostengünstig sind oder besonders haltbare Schweißverbindungen ergeben.

Für den Hobbybereich sind aber nur zwei oder drei der erwähnten Verfahren wirklich interessant die man unter zwei wichtige Oberbegriffe zusammenfassen kann :

  • Lichtbogenschweißen und
  • Gasschmelzschweißen

Beim Lichtbogenschweißen wird zwischen dem Werkstück und einer metallischen Elektrode ein elektrischer Lichtbogen erzeugt.  Wie das genau funktioniert, erkläre ich in diesem Artikel (Lichtbogenschweißen) genauer. Dieser Lichtbogen erzeugt die Hitze, die für die Verschmelzung der Metalle erforderlich ist. Die Elektroden sind mit einem Material umhüllt, das beim Abschmelzen Gase entwickelt und die Schweißnaht vor der Oxidation schützt.  Eine andere Technik des Lichtbogenschweißens verwendet Elektroden ohne Ummantelung und für den Schutz des Schweißbettes eine gesondert zugeführte Schutzgasatmosphäre. Auch für Hobbybastler sind im Handel inzwischen recht brauchbare und preisgünstige Schutzgasschweißgeräte erhältlich.

Beim Gasschmelzschweißen wird das Metall durch ein Kohlenwasserstoff(meist Acetylen)-Sauerstoff-Gemisch erhitzt. Mit einem solchen Gasgemisch sind Temperaturen über 3000 °C erreichbar. Bei diesem oft umgangssprachlich als ‘Autogenschweißen’ bezeichneten Verfahren verhindert hier die Gasflamme selbst, dass der Sauerstoff in der Luft das Metall oxidiert.

Obwohl das Lichtbogenschweißen auch im Hobbybereich sich immer mehr durchsetzt, haben beide Verfahren für bestimmte Zwecke ihre entsprechenden Vorteile. So eignet sich das Schweißen mit Acetylenflamme mAn sehr gut für das Schweißen dünner Bleche. Lassen sich aber beispielsweise die Schweißfugen nicht metallisch rein säubern, führt das Schweißen mit Lichtbogen oft zum besseren Ergebnis.

Letztlich aber zählt schlicht und ergreifend auch die Erfahrung, die man beim Umgang mit diesen Geräten im Laufe der Zeit sammelt. Üben, üben, üben…