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Videoschnitt ist natürlich für die meisten Besitzer von Videokameras ein Begriff. Und wer regelmäßig Videos zu Youtube schickt, weiß wie’s geht. Trotzdem hat die Technik mitunter ihre Tücken…

Hier habe ich mal versucht, das Wichtigste zum Thema zusammen zu fassen. Herausgekommen sind dabei ein kleiner Workflow, mit dem auch hoffentlich absolute Neueinsteiger etwas anfangen können, und ein paar hilfreiche Tipps für den Schnitt von MPEG-Videos.

Der Begriff „Videoschnitt“ umfasst sehr viel mehr als nur das Zusammenpappen einzelner Filmclips oder das Garnieren der Szenen mit schönen Effekten.

In professionellen Filmproduktionen geht es ja meist darum, durch den bewussten Einsatz filmischer Mittel bestimmte inhaltliche Aussagen und Wirkungen zu erzielen. Und da sind nicht etwa in erster Linie Spezialeffekte gefragt, sondern Perspektive, Einstellungsgröße, Kamerabewegung, Rhythmus, Szenenwechsel und Ähnliches.

Die gesamte Dynamik des Films, Rhythmus, Tempo, Szenenwechsel, werden natürlich mit dem Schnitt festgelegt. Daher glaube ich, dass, zumindest für ambitionierte Videofilmer, die Beschäftigung mit der „Sprache“ Film und der kreativen Seite des Filmschnitts wichtig ist und sich auf jeden Fall lohnt.

Verfolgt man nicht ganz so ambitionierte Ziele, dreht es sich bei der Videobearbeitung am PC wohl sehr oft darum, nicht benötigte Sequenzen aus einem Video zu entfernen und aus einzelnen Videoclips einen längeren zusammenhängenden Film zu erstellen.

Leistungsfähige Hardware und moderne Videoschnitt Software machen’s möglich! – Zumindest meistens… Also, immer öfter, könnte man fast sagen. – Mit Einschränkungen.

Denn viele Videos werden heute nach dem MPEG-Verfahren komprimiert. Und das bildgenaue Schneiden von MPEG-Videos hat es in sich. Zumal, wenn die Tonwiedergabe ebenfalls synchron erfolgen muss. Warum das so ist und was es überhaupt damit auf sich hat, erfahren Sie hier: MPEG-Videos schneiden.

Aber zunächst zurück in die heile Welt.

Videoschnitt

Den Ablauf der Videobearbeitung kann man in wenige einzelne Schritte unterteilen. Es ist sinnvoll als erstes die Reihenfolge der Szenen grob festzulegen die die gewünschte Struktur des Videos abbildet.  Das kann die Handlungsabfolge einer Geschichte sein. Oder in einem eher dokumentarischen Video die zeitliche Abfolge der aufgezeichneten Ereignisse.

In einem Videoeditor werden dazu die einzelnen Filmschnipsel auf einer Art Zeitleiste in der gewünschten Reihenfolge angeordnet. In den meisten Programmen werden Audio- und Videospur getrennt dargestellt.  Die einzelnen Filmclips können in dieser Leiste frei bewegt werden. Man kann Teile davon markieren, ausschneiden, löschen und an anderer Stelle wieder einfügen.

Die Video- und Audiospuren der Filmclips in der Zeitleiste lassen sich in den meisten Programmen mit Effektfiltern verändern. Die wohl bekanntesten Effekte beziehen sich auf Überblendungen zwischen den einzelnen Szenen. Aber auch andere, zum Teil, sehr dramatische Wirkungen und Verfremdungen sind möglich.

Auf jeden Fall aber liegt hier zunächst das gesamte Material für den geplanten Film beisammen. Die einzelnen Clips werden gesichtet und anschließend aussortiert. Nicht benötigte Clips sollte man nicht gleich löschen, sondern für eine spätere Verwendung in einem eigenen Ordner aufbewahren. ( Was übrigens längst nicht alle Programme können.)

Hat man die Grobstruktur, geht es im nächsten Schritt um das Zusammenwirken der einzelnen Szenen und Szenenübergänge.  Für ein Urlaubsvideo mag es genügen, wenn Szenen ohne Zappelei und Flackern sauber ineinander übergehen. Um viel mehr braucht man sich nicht zu kümmern.

Ist die Bearbeitung beendet, wird der fertige Film noch in das gewünschte Ausgabeformat exportiert.  Welches Videoformat Sie wählen sollten, hängt davon ab, in welcher Größe Sie das Video von welchem Medium mit welchem Abspielgerät wiedergeben möchten.

Fazit

Videoschnitt und Videobearbeitung am PC ist mit heutiger Software eigentlich ein Kinderspiel. Vieles funktioniert „Out Of The Box“. Arbeitet man oft mit Videoschnitt,  wird aber schnell klar, dass Videotechnik doch ganz schön kompliziert ist.

Die berühmte „Eierlegende Wollmichsau“ wird es auch unter den Schnittprogrammen nicht geben. Befasst man sich etwas eingehender mit der Materie, lassen sich auftretende Probleme aber leicht lösen, wie das Beispiel der MPEG-Videos auch zeigen sollte.

Im OpenSource-Bereich existieren einige sehr gute Schnittprogramme, die wirklich Beachtung verdienen: Avidemux, VirtualDub, Kdenlive, Lives, Kino, Cinelerra, Open Shot und andere.  All diese Programme sind in der Bedienung recht intuitiv. Einzig Cinelerra erfordert erfordet mehr Aufwand für die Einarbeitung, kann aber dafür auch mehr.

Verfolgt man anspruchsvollere Ziele mit der Videobearbeitung, kommt man meiner Ansicht nach um eine intensivere Beschäftigung mit dem technischen Hintergrund der Videotechnik nicht herum.

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