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Wenn Sie sich als Fotograf auch mit nicht gaaanz so alltäglichen Sujets, wie Astrofotografie, anspruchsvollen Tieraufnahmen oder gar der Jagd nach seltenen oder kurzen Ereignissen befassen, dann sollten Sie unbedingt weiterlesen.

Im ersten Teil dieses kleinen Bastelprojekts stelle ich Ihnen einen Selbstbau-Fernauslöser mit Timer vor. Das Gerät ermöglicht Langzeitbelichtungen und Zeitrafferaufnahmen und enthält eine Reihe weitere Funktionen für automatische zeit- oder ereignisgesteuerte Aufnahmen.

Hinweise zum Aufbau der Schaltung, zur Bedienung und wichtige Tipps für den Nachbau finden Sie im zweiten und dritten Teil der Serie.

Funktionsweise

Durch den Einsatz eines Mikrocontrollers (Atmega8) und eines LCD-Displays mit Menüsteuerung, wird der Aufbau und die Bedienung des Gerätes recht einfach gehalten. Die Steuerung des Menüs erfolgt über vier Drucktaster.

Dslr-Fernauslöser

Verwendet wurden durchweg preiswerte Standardbauteile. Die LCD-Anzeige, ein 2 x 8 Zeichen-Display, erscheint auf den ersten Blick zwar etwas spärlich, ist für die Auswahl der Funktionen aber völlig ausreichend und bereits für weniger als einen Euro erhältlich. Damit dürften die gesamten Bauteilekosten deutlich unter zehn Euro liegen.

Die Schaltung wird von zwei 3V Lithium-Knopfzellen mit Spannung versorgt.

Konzipiert und getestet wurde der Fernauslöser für die Canon EOS 600d. Der Betrieb mit anderen Kameramodellen ist möglich. Darauf gehe ich bei den Erläuterungen zum Schaltungsaufbau im zweiten Teil des Artikels noch genauer ein.

Der Timer

Für eine zeitgesteuerte Aufnahme wird über den entsprechenden Menüpunkt ein Auslöseintervall, und die Auslösedauer eingegeben. Das Auslöseintervall ist die Zeit in Sekunden, nach der die Aufnahme ausgelöst werden soll. Die maximale Länge für ein Intervall beträgt etwa 18 Stunden.

Die Auslösedauer legt die Dauer des an die Kamera gesendeten Auslöseimpulses fest. Die maximal einstellbare Dauer beträgt hier jeweils 59 Minuten und 59 Sekunden.

Das Gerät speichert bis zu 50 solcher Auslöseintervalle mit Auslösedauer, die einzeln abgerufen oder als Sequenz der Reihe nach durchlaufen werden können. Ein einzelnes Intervall oder auch die gesamte Sequenz kann auch beliebig oft wiederholt werden.

Damit lassen sich sehr einfach Aufnahmen in regelmäßigen und variablen Abständen realisieren, wie sie etwa für Zeitraffer-aufnahmen benötigt werden.

Der Fernauslöser verfügt über drei Betriebsmodi für das Auslösesignal, weil damit verschiedene Aufnahmefunktionen der Kamera angesprochen werden können.

Normalmodus

Im normalen Betrieb sendet der Timer nach Ablauf des Intervalls nur einen kurzen Auslöseimpuls zur Kamera. Die Länge des Auslöseimpulses hat aber keinen Einfluss auf die Belichtungsdauer der Aufnahme. Diese wird durch die manuelle Kameraeinstellung oder die gewählte Aufnahmeautomatik gesteuert.

Bulbmodus

Im Bulbmodus lassen sich Dauerbelichtungen oder Reihenaufnahmen über die Fernbedienung auslösen. Der Bulb-Modus bzw. der Modus für Reihenaufnahmen an der Kamera muss hierbei natürlich eingeschaltet sein.

Serienmodus

In diesem Modus lassen sich Aufnahmeserien im Sekundenrhythmus starten. Nach Ablauf des Auslöseintervalls und zusätzlich während der gesamten Auslösedauer, jede Sekunde einmal, sendet der Fernauslöser einen Auslöseimpuls an die Kamera.

Ereignisgesteuerte Aufnahmen mit dem Fernauslöser

Auslösung durch Impuls

Über einen externen Eingang kann dem Fernauslöser ein elektrisches Signal als Impuls für die Kameraauslösung zugeführt werden. Eine Spannung ab etwa 2,5 V wird als positives Signal (logische 1) erkannt. Darunter liegende Spannungen werden als negatives Signal (logische 0) behandelt. Jeder Wechsel zwischen 1 und 0 wird als Impuls gewertet.

Angeschlossen werden kann hier jede Erweiterung, die bei Eintritt des Ereignisses einen entsprechenden Signalwechsel an ihrem Ausgang erzeugt (negativer Flankenwechsel) und dabei die maximale Spannungen von 5V nicht überschreitet.

Im einfachsten Fall kann das eine Lichtschranke sein, aber auch ein Näherungsschalter, Temperaturfühler oder ein akustischer Sensor und dergleichen ist denkbar.

Impulszähler

Für spätere Erweiterungen ist der Fernauslöser mit einem Impulszähler ausgestattet. Damit ist es möglich die Kamera nach Eingang einer wählbaren Anzahl von Impulsen auszulösen.

Spiegelvorauslösung per Fernauslöser

Die Spiegelvorauslösung ist eine Kamerafunktion, die durch das Hochklappen des Spiegels erzeugte Erschütterungen vermeiden soll. Ist die Spiegelvorauslösung eingeschaltet, klappt die Kameraautomatik den Spiegel bereits vor der Aufnahme hoch. Nach einer kurzen Zeit wird dann die Aufnahme ausgelöst.

Der Fernauslöser besitzt ebenfalls eine Option zur Spiegelvorauslösung. Ist diese ausgewählt, wird vor der Aufnahme ein Signal zum Hochklappen des Spiegels gesendet, kurze Zeit gewartet und daraufhin das Signal zum Auslösen der Aufnahme gegeben. Auch hier ist es wichtig, diese Funktion an der Kamera ebenfalls zu aktivieren, ansonsten werden einfach nur zwei Aufnahmen hintereinander gemacht.

So, das war der Überblick über die wichtigsten Funktionen. Im folgenden Teil befasse ich mich dann auch mit einigen Schaltungsdetails. Beim Aufbau der ersten beiden Entwürfe habe ich doch einige wichtige Dinge hinzugelernt, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Bis dahin; haben Sie ’ne schöne Zeit.

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