Werbung

Auch der Hobby-Elektroniker kommt ohne passende Werkzeuge und Geräte nicht aus. Zwar lassen sich auch schon mal Haushaltsschere, Messer und andere Utensilien für Basteleien im Notfall zweckentfremden. Aber bevor derart ruiniertes Hausgerät den Familienfrieden stört, sollte man sich doch besser bei Zeiten das richtige Werkzeug zulegen.

Selbstverständlich gehören auch verschiedene Verbrauchsmaterialien und natürlich nicht zuletzt oft benötigte Messgeräte in die Elektronik-Bastelstube. Wer schon mal einen Blick in eine professionell ausgestattete Elektronik-Werkstatt geworfen hat, kann schnell den Eindruck bekommen, dass man hierfür richtig viel Geld in die Hand nehmen muss, um sich eine solche Ausstattung anschaffen zu können.

Und leider stimmt das zum Teil sogar. Der Anspruch an professionelles Gerät ist sehr viel höher. Daher sind diese Werkzeuge und Geräte (meist) von hoher Qualität – das hat seinen Preis. Vor allem für angehende Freizeit-Elektroniker ist der Vergleich mit einer professionell ausgestatteten Werkstatt aber völlig fehl am Platze. Denn, wie Sie sehen werden, kommt man in der Hobby-Werkstatt sehr gut ohne Spezialwerkzeuge und -geräte aus.

Damit Sie nicht erst groß herum rätseln müssen, was denn nun zu einer guten Grundausstattung für das Elektronik-Hobby gehört, hier also im ersten Teil einige Tipps für die Anschaffung der wirklich oft benötigten Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien. Im nächsten Teil des Artikels geht es dann um die Anschaffung der wichtigsten Messgeräte.

Werkzeuge

In der Elektronik-Werkstatt geht es manchmal auch handwerklich richtig zur Sache. Denn meist greifen Mechanik und Elektronik ineinander. Das verdeutlicht auch der in den Siebzigern des letzten Jahrhunderts von der Industrie geprägte Begriff „Mechatronik“.

Für einige mechanische Arbeiten, zum Beispiel für die Konstruktion oder Bearbeitung von Gerätegehäusen, benötigt man dann vielleicht schon mal spezielle Werkzeuge. Läßt man solche Fälle aber mal außer Acht, kommt man mit einer vergleichsweise „bescheidenen“ Ausrüstung prima zurecht:

  •  Lötkolben oder Lötstation mit Ersatzspitzen
  •  Pinzette
  •  Kleiner „Seitenschneider“
  •  Elektronik-Zange
  •  „Dritte Hand“
  •  Schraubendreher in verschiedenen Größen
  •  Bohrmaschine und Bohrständer
  •  Bohrer in verschiedenen Größen
  •  Senker zum Entgraten der Bohrlöcher und für andere Zwecke
  •  Abisolierer
  •  feine Metallfeile

Qualität zahlt sich aus – oder?

Mehr braucht man für das Elektronik-Basteln zunächst mal nicht. Und ich würde hier sogar meinem eigenen Grundsatz untreu werden und Ihnen sagen, dass Sie wegen der geringen Beanspruchung der Werkzeuge nicht mal auf eine besonders gute Qualität zu achten brauchen. Vielleicht die Lötstation und Bohrmaschine mal ausgenommen. Das Thema Elektronik-Löten und die Frage „einfaches Lötgerät oder Lötstation“ habe ich an anderer Stelle ja schon angesprochen.

Und ja – ich weiß, es gibt sehr gute Werkzeuge und komplette Werkzeugsets in hoher Qualität, die bereits sehr preisgünstig im Internet angeboten werden.

Wenn Sie sich auf meinen Seiten bereits ein wenig umgesehen haben wissen Sie, dass ich hier hin und wieder mal sinnvolle Produkte empfehle. Das sind Werkzeuge und Geräte, die ich entweder selbst schon besitze oder zumindest ausprobiert habe und für qualitativ hochwertig, zweckmäßig und wirklich empfehlenswert halte.

Solche Anschaffungen machen durchaus Sinn, wenn man sich langfristig und ernsthaft mit dem Thema Elektronik beschäftigen will oder muss. Als Einsteiger oder Gelegenheits-Elektroniker sollte man aber ruhig den Rotstift ansetzen und später, wenn man weiß, dass man dieses Hobby fortsetzen möchte, gezielt etwas mehr Geld investieren.

Dafür würde ich lieber auf Details achten und mir wirklich einige Dinge kaufen, von denen man im ersten Moment gar nicht annimmt, dass sie wichtig seien:

Auf eine spitz zulaufende Pinzette zum Festhalten der Bauelemente beim Löten würde ich zum Beispiel auf keinen Fall verzichten. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende: Kaufen Sie nicht die billigen Plastik-Dinger. Nehmen Sie gleich eine aus Metall, weil sie die Wärme besser ableitet. Alternativ, aber etwas weniger handlich, geht das auch mit einer spitz zulaufenden Elektronik-Zange.

Außerdem werden Sie bald feststellen, dass man sich beim Löten wirklich sehr oft eine dritte Hand wünscht. Dieser Umstand hat wohl zur Namensgebung für ein kleines praktisches Helferlein beigetragen, auf das Sie ebenfalls nicht verzichten sollten. Mit diesem Gerät lassen sich Platinen und andere kleine Werkstück in fast beliebiger Position fixieren – wirklich eine große Hilfe.

Weiteres Zubehör

Möchten Sie für den testweisen Aufbau von Schaltungen auf das Verlöten der Bauelemente verzichten, brauchen Sie ein Experimentier- oder Steckboard. Das ist eine kleine Kunststoffplatte, die auf der Oberseite viele in einem Raster angeordnete Steckkontakte für die Aufnahme der Bauteileanschlüsse trägt. Im Inneren des Steckboards sind Gruppen dieser Steckkontakten leitend miteinander verbunden. Damit lassen sich Schaltungsentwürfe schnell aufbauen und testen.

In der folgenden Liste finden Sie einiges an Zubehör und Verbrauchsmaterial, wovon ich mir ebenfalls einen kleinen Vorrat anlegen würde:

  • Lochrasterplatinen
  • Elektroniklot
  • Entlötlitze
  • Schrauben
  • Verbindungselemente, Stecker, Distanzhülsen
  • Schrumpfschlauch
  • mehradrige Flachbandkabel und dazu passende Verbindungsstecker

Natürlich bedeutet diese Aufzählung nicht, dass man die Ausstattung nicht nach und nach erweitern sollte. Ganz im Gegenteil. Die Werkstatteinrichtung sollte mit der Zeit wachsen, entsprechend der Arbeiten und Basteleien, die man dort verrichtet. Aber mit den hier aufgelisteten Werkzeugen schaffen Sie sich einen guten Grundstock, der für den Anfang keine Wünsche offen läßt.

Werbung