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„Kaltlöten“. Schon mal davon gehört? Bestimmt.

Schon mal gemacht? Wohl eher nicht!

Lesen Sie hier die kurze, geradezu erlösend einfache, endgültige und durch nichts zu widerlegende Wahrheit über das „Kaltlöten“.

Kurz vor Weihnachten war ich zu Besuch bei einem Bekannten, der mir bei dieser Gelegenheit einen Fernsteuersender zeigte; günstig auf dem Flohmarkt erstanden aber mit abgebrochener Antenne – direkt über dem Antennensockel.

Nach der vergeblichen Suche von Verschraubungen war klar, das Kunststoffgehäuse des Senders ist nur mit großer Mühe zu öffnen.

„Kann man das nicht kaltlöten?

„Antennen brauchen eine gute Leitfähigkeit der Oberflächen. Ich würde das nicht kleben“, antwortete ich.

„Nein, nein, ich meinte nicht kleben, ich meinte löten – kaltlöten, eben“

Ich musste schmunzeln und antwortete: „Nein -, ich meine – ja, löten kann man das. Man kann Alu-Weichlot nehmen; man muss nur sehr vorsichtig sein, damit das Gehäuse dabei nicht beschädigt wird. Aber „Kaltlöten“ – das gibt es nicht, das ist…“

„Hab‘ ich doch selbst schon im Internet gelesen – Kaltlöten, sicher. Sagst du nicht, du kritzelst selbst zu Heimwerkerthemen im Internet rum. Du musst das doch wissen“, fiel mir mein Bekannter jetzt grinsend in’s Wort.

Die Klärung des Sachverhalts hat dann doch noch ’ne ganze Weile in Anspruch genommen, was mich auf die Idee brachte, das Thema an dieser Stelle mal etwas zu vertiefen.

Im Google-Suchindex erscheint der Begriff „Kaltlöten“ zur Zeit etwa zweitausend Mal. Und ich muss meinem Bekannten im Nachhinein Recht geben: Der erste Blick auf die Suchergebnisse vermittelt tatsächlich den Eindruck, beim „Kaltlöten“ handele es sich um eine besondere Löttechnik oder zumindest sehr ähnliche Verbindungstechnik.

Der Vergleich der beteiligten physikalischen Vorgänge beider Verbindungstechniken zeigt aber, dass das schlicht und ergreifend Unsinn ist.

Die durch Hitzeeinwirkung beim Löten in einer sehr dünnen Schicht eintretende Vermengung der beteiligten Metalle an der Kontaktstelle erzeugt die stoffschlüssige Verbindung.

Entscheidende Vorgänge beim Kleben (und nichts anderes ist das „Kaltlöten“) sind zwar noch gar nicht erforscht.  – Stichwort: „Adhäsion“.  Trotzdem weiß man aber, dass eine Vermengung der beteiligten Metalle wie beim Löten, beim Kleben von Metallen nicht stattfindet. Reste von Klebstoffen auf Metallen lassen sich deshalb auch ohne Spuren beseitigen. Probieren Sie das einmal mit einer Lötnaht, dann wissen Sie was ich meine.

Wenn ich Metalle nicht verlöten kann, verklebe ich sie nach Möglichkeit einfach. Und zu wissen, was dabei eigentlich vor sich geht, hilft ungemein; darum klappt das oft ganz gut.

Kaltlöten? Brauch ich nicht.

Mit dieser Erkenntnis kann ich einfach besser (k)leben. Sie auch?

Nicht nur in diesem Sinne: Ein Frohes Neues Jahr 2012!

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