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Stereomikroskope gehören zu den Geräten, die ambitionierte Hobby-Bastler heute sehr oft bei Ihrer Arbeit einsetzen. Über den Nutzen sinnvoller und zweckmäßiger Werkzeuge und Geräte für die Bastelei habe ich hier ja schon öfters geschrieben.

Denn der Einsatz geeigneter Werkzeuge entscheidet eben manchmal über Lust oder Frust. Das trifft natürlich auch auf Sehhilfen zu, die man für bestimmte Arbeiten einfach benötigt. Und ein Stereomikroskop hat unter anderem den Vorteil, dass es eine 3D-Ansicht des betrachteten Objektes liefert.

Warum das manchmal einfach besser ist, erfahren Sie in meinem heutigen Beitrag. Außerdem gebe ich Ihnen eine ultra-kurz-Bauanleitung für den Selbstbau eines einfachen (ziemlich guten) Stereomikroskops.

Was ist überhaupt ein Stereomikroskop

Stereomikroskop Stereomikroskop-Abbe-TypEin Stereomikroskop liefert, im Gegensatz zum herkömmlichen Mikroskop, jedem Auge ein separates Bild. Und zwar jeweils aus einem Blickwinkel, der unserem natürlichen Sehen entspricht. Dadurch ist unser Gehirn in der Lage, wie beim ganz normalen beidäugigen Sehen, ein dreidimensionales Bild des betrachteten Objekts zu erzeugen.

Nur der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es zwei verschiedene Typen von Stereomikroskopen gibt,  die sich unter anderem durch den Strahlengang und bei der Erzeugung des Bildes, unterscheiden. Bei dem zweiten Typ tritt das Licht durch eine gemeinsame Sammellinse ein.

Vorteile dreidimensionaler Darstellung

Für manchen Arbeiten ist die räumliche Darstellung einfach sehr von Vorteil. Zum Beispiel ist die Montage sehr kleiner Bauteile viel einfacher, weil die Führung von Werkzeugen unter dem Stereomikroskop sehr leicht fällt.

Hobby-Uhrmacher, Modellbauer und Eisenbahnfans werden mir hier vielleicht aus eigener Erfahrung beipflichten. Für solche feine Arbeiten ist ein Stereomikroskop auch deshalb wirklich ideal, weil die Augen sich nicht an ungewohnte Situationen anpassen müssen.

Ein Stereomikroskop bauen

Zwar lohnt sich meistens der Kauf eines guten Stereomikroskops, zumal recht gute Geräte schon für wenig Geld zu bekommen sind. Allerdings kann man sich mit verhältnismäßig einfachen Mitteln solch ein Gerät selbst bauen.

Hierfür kommt der soeben erwähnte Typ mit der gemeinsamen Sammellinse in Frage. Denn die benötigten Zutaten findet man beim Ausschlachten geeigneter Ferngläser.

Mitunter werden in Onlineauktionen alte Ferngläser als Bastlerartikel verkauft. Es gibt einen Fernglas-Typ bei dem die Objektive (die vorderen Linsen), näher beieinander stehen als die Okkulare ( das sind die Linsen, in die man hineinschaut).

Versuchen sie ein Fernglas dieser Art zu bekommen. Außerdem brauchen Sie noch eine Sammellinse.

fernglas

Sammellinse

Dazu kann man ein Objektiv von einem herkömmlichen Fernglas verwenden. Wählen Sie eines mit möglichst großem Durchmesser.

Denn dieses Objektiv setzen Sie einfach vor die beiden anderen, wie auf dem Bild dargestellt.

selbstgebautes stereomikroskop

Fixieren Sie das Objektiv in dieser Position am Fernglas und befestigen Sie die ganze Konstruktion auf einem Stativ oder etwas ähnlichem. Die Schärfe des Bildes regulieren Sie durch Verändern des Abstands zwischen Objektiv und Gegenstand. Fertig ist das Stereomikroskop.

Ich war erstaunt, dass ich mit diesen einfachen Mitteln doch eine so gute Auflösung und Vergrößerung erreichen konnte. Es ist wirklich einen Versuch wert.

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