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Ein Usb-Mikroskop ist eigentlich nichts weiter als eine kleine Videokamera, etwa so wie eine Webcam, nur mit höherer Auflösung. Begnügen sich Webcams meist mit Auflösungen von 640×480 Pixel, sollten es bei einem Usb-Mikroskop schon 1280 x 1024 Pixel oder mehr sein. Über eine solche Auflösung verfügen die meisten dieser Geräte und damit kann man schon ganz gut arbeiten. Schließlich wird das vom Mikroskop aufgefangene Bild auf dem Monitor wiedergegeben und je höher die Auflösung, umso mehr Details werden dargestellt.

Unter Windows und Linux

Die mitgelieferte Software setzt meist ein Windows-Betriebssystem voraus. Hierbei handelt es sich in der Regel um die erforderlichen Kamera-Treiber für das Mikroskop und um ein Programm zum Betrachten, Bearbeiten und Speichern der Aufnahmen.

Lötbrücke auf einer Platine
Eine Lötbrücke auf einer Platine, aufgenommen mit dem Usb-Mikroskop

Viele Geräte lassen sich aber auch unter Linux betreiben. Zumindest wurde mein Modell ohne Probleme unter Ubuntu erkannt. Zum Anschauen eignen sich da Programme wie VLC oder Mplayer, Camorama und Cheese, auf die ich gleich noch etwas näher eingehen werde.

In der Praxis

Die große Darstellung am Bildschirm ist wirklich eine feine Sache bei allen feinen Arbeiten, beim Modellbau oder beim Elektronik-Basteln. Leiterbahnen und Lötstellen lassen sich auf diese Weise wirklich sehr gut untersuchen. Die Lötbrücke auf dem Bild habe ich tatsächlich erst auf dem Bildschirm entdeckt.

Wichtig ist bei diesen Geräten ein ausreichend großer Fokusbereich (Der Bereich, in dessen Grenzen die Optik scharf abbilden kann). Dadurch ist ein größerer Abstand zum Objekt möglich. Dabei wird zwar nicht die maximale Vergrößerung erreicht aber es bleibt genug Platz zwischen Objekt und Mikroskop, für das Hantieren mit Werkzeugen. Manche Geräte verfügen über getrennte Fokusbereiche für den Nah- und „Fern“-bereich. Im Nahbereich schaffen auch preisgünstige Usb-Mikroskope eine bis zu 200 fache Vergrößerung am Bildschirm.

Deatilaufnahme mit dem USB-Mikroskop
Detailaufnahme mit dem Usb-Mikroskop bei etwa 200 facher Vergrößerung

Die Beleuchtung des Objekts erfolgt bei den meisten Geräten über ringförmig um das Objektiv angebrachte LED. Das ergibt eine gute Ausleuchtung. Man sollte aber darauf achten, das die Helligkeit der Leuchtdioden regelbar ist. Die Bildhelligkeit lässt sich zwar auch über die Software einstellen aber überstrahlte Bereiche des Bildes kann auch die Software nur schwer korrigieren.

Schnappschüsse und Videos

Die mitgelieferte Software ermöglicht die Betrachtung der Mikroskop-Bilder am Monitor. Auch die Aufzeichnung von Videos ist möglich. Arbeiten Sie unter Linux, sollten Sie darauf achten, dass die verwendete Software die von der Kamera gelieferte Auflösung auch verarbeiten kann.

Bei meinen Experimenten hat Camorama bei mir nur bis 640×480 Pixel am Bildschirm dargestellt. Die anderen Programme konnten die von der Kamera gelieferten Bilder in voller Auflösung zwar verarbeiten, allerdings habe ich Schnappschüsse nur im Format 640×480 speichern können. Ob das nun an falschen Einstellungen des Programms liegt oder an den vom Linuxsystem verwendeten Treibern, habe ich noch nicht herausgefunden.

Alles in allem betrachtet ist ein für den Heim- und Hobbybereich gedachtes Digital-Mikroskope sicherlich kein Präzisionsinstrument das professionellen Ansprüchen gerecht werden könnte. Eher das ideale Gerät für Lötarbeiten, für viele kniffelige Basteleien im Kleinformat, für Briefmarkensammler und für alle, die einfach mal genauer hinschauen wollen.

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