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Endoskope waren lange Zeit ausschließlich dem professionellen Einsatz in Medizin und Forschung vorbehalten. Aber dank neuer Bauelemente, gesunkener Herstellungskosten und moderner Produktionstechniken haben Video-Endoskop und viele andere, einst sündhaft teuere, Spezialgeräte längst Einzug in so manche Hobby-Werkstatt gehalten.

Zugegeben, die Qualität professioneller Präzisionsinstrumente lässt sich nicht mit den günstigen Schlauch-Optiken für den Heim- und Hobbyeinsatz vergleichen. Technische Video-Endoskope namhafter Hersteller wie Olympus, Storz oder Wolf werden in medizinischen oder technischen Bereichen eingesetzt; der Leistungsanspruch an diese Geräte ist natürlich sehr viel höher.

In der Werkstatt aber entpuppen sich selbst einfache Endoskope dieser Art oft als hilfreiche Werkzeuge und erlauben buchstäblich völlig neue Einsichten. Wie funktionieren diese Geräte? Welche Eigenschaften sind wichtig und was sollte man beim Kauf berücksichtigen?Hat man nach der ersten Inbetriebnahme mit dem Video-Endoskop erst mal allen Gegenständen der näheren Umgebung aus völlig neuer und ungewohnter Perspektive gebührende Aufmerksamkeit geschenkt, ergeben sich andere und sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten vom Modellbau über feinmechanische Reparaturen bis hin zur Rohrinspektion nahezu von selbst…

Ein Endoskop ist bei vielen Arbeiten wirklich nützlich. Sei es bei der Autoreparatur zur Inspektion von Rost, Verschleiß oder Defekten im Motor, an der Karosserie oder im Getriebe oder beim Elektronik-Basteln. Bauteilebeschriftungen versteckter Bauteile und unzugängliche Lötstellen machen sich auf dem Monitor gut und auch sehr feine Lötarbeiten kann man besser koordinieren.

Technik

Beim Video-Endoskop sitzen Bildsensor und Optik am Ende eines mehr oder weniger flexiblen Endoskopschlauches. Über ein Videokabel wird das Videosignal an die Elektronik der Bedienungseinheit gesendet wo es als Bild oder Video gespeichert oder weiterverarbeitet werden kann.

Sind professionelle und semi-professionelle Video-Endoskope  meist Geräte mit Monitor und integrierten Aufzeichnungseinheiten und Speicherkarte, trifft man in den unteren Preisklassen oft auf USB-Endoskope, die unmittelbar an den PC angeschlossen werden.

Beleuchtet wird der Aufnahmebereich entweder per Lichtleiter über den Endoskopschlauch oder durch im Endoskopkopf installierte LED.

Bei allen Unterschieden in technischen Details, kann man doch einige Kriterien festlegen, die darüber entscheiden, ob ein Gerät für bestimmte Einsatzzwecke praxistauglich ist.

Auflösung

Mir fällt immer wieder auf, dass manche Hersteller manchmal geradezu schlampige Angaben zur „Auflösung“ machen. Ich lese immer wieder in Produktbeschreibungen Angabe wie: Auflösung: > 300000 Pixel oder 640×480. Gemeint ist hier aber nur die Anzahl der für die Anzeige des Bildes verwendeten Pixel.

Die Auflösung ist das Verhältnis von Pixelzahl zu Bildgröße, die man in Pixel per Inch (ppi) oder Dots per Inch (dpi) angibt. 640×480 Pixel, abgebildet auf einer Briefmarke ergeben natürlich eine sehr viel höhere Auflösung als bei einer Abbildung der selben Pixelzahl auf eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes.

Aber Sie wissen hier selbstverständlich, was Hersteller Ihnen sagen wollen:  640×480 ist besser als 300×225 aber 1280×960 ist noch viel besser!

Und damit wiederum haben die Hersteller ja recht: Je höher die Pixelzahl, umso hochauflösender kann das Bild auf dem Monitor dargestellt werden.

Fokussierung

Die meisten Video-Endoskope verfügen über einen Fixfokus, das heißt, das Bild ist innerhalb eines bestimmten feststehenden Bereiches vor dem Objektiv scharf.

Ein Objektiv kann eigentlich nur Details einer Ebene mit größer Schärfe abbilden. Bildpunkte vor oder hinter dieser Ebene erscheinen mehr oder weniger unscharf. Wie scharf oder unscharf diese Bildpunkte außerhalb der Ebene abgebildet werden hängt aber auch von der Brennweite und der Lichtstärke des verwendeten Objektivs ab.

Je kürzer die Brennweite und je lichtschwächer das Objektiv, umso größer ist die Schärfentiefe, dh. umso weiter erstreckt sich der Bereich in dem Objekte scharf abgebildet werden. Diesen Effekt nutzen Manche Hersteller bei Ihren Geräten um die erforderliche Schärfentiefe zu erreichen und verwenden lichtschwache Objektive. Bei guter Ausleuchtung des Bildbereichs durch das Beleuchtungssytem insgesamt eine gute Lösung.

Geräte höherer Preisklassen besitzen oft auch eine manuelle Fokussierung. Ob das aber unbedingt die bessere Alternative ist, wage ich zu bezweifeln. Man muss sich klar machen, dass bei manueller Fokussierung zwar eine oft bessere Schärfe in bestimmten Bildebenen erreicht werden kann – zum Beispiel auch im extremen Nahbereich. Allerdings erfordert dann eine Bewegung der Sonde auch ein stetiges Nachfokussieren. Geht man dabei nicht sorgfältig vor, kann es passieren, dass man Inspektionsbereiche übersieht. Mir gefällt das Fixfokus-System jedenfalls besser aber das ist möglicherweise auch eine Sache der Geschicklichkeit.

Beim Kauf eines Video-Endoskops sollte man auf jeden Fall auf den vom Hersteller angegebenen Fokussierungsbereich und Mindest-Fokusabstand achten.

Schwanenhals oder flexibel

Sehr preisgünstige Geräte  haben oft nur einen fest installierten Endoskopschlauch. Dieser ist dann entweder flexibel oder, meist etwas dicker, als Schwanenhals ausgeführt. Der Schwanenhals ist starr, lässt sich aber in die gewünschte Form biegen.

Einige Hersteller versehen ihre Geräte aber auch mit austauschbaren Sonden. Das ist sehr praktisch, da man für verschiedene Inspektionsaufgaben den jeweils geeigneten Endoskopschlauch mit der passenden Länge oder Dicke verwenden kann.

Helligkeitsregelung

Eine Helligkeitsregelung ist für ein Video-Endoskop sehr wichtig. Im Nahbereich gelegene Bildpartien erscheinen mitunter zu hell weshalb Details oft nicht zu erkennen sind. Deshalb sollten Sie bem Kauf unbedingt darauf achten, dass die Beleuchtung geregelt werden kann.

Fazit:

Nicht jedes Gerät eignet sich für jeden Einsatzzweck. Ausbaubaren Endoskop-Systemen würde ich bei einer Anschaffung ganz klar den Vorzug geben. Auch sollte man einen Blick auf die mitgelieferte Software der Video-Endoskope richten. Die meisten mir bekannten Systeme setzen ein Windows-Betriebssystem voraus. Nur-Linux-Nutzer sollten unbedingt vor einer Anschaffung nach passenden Treibern Ausschau halten oder sich über Möglichkeiten der Anwendung unter Wine informieren.

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