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Heute möchte ich ein Opensource-Programm vorstellen, das auf den ersten Blick so gar nichts mit Werkeln und Basteln zu tun hat.

Die Rede ist von Blender 3D, einer Grafiksoftware, mit der Sie 3D-Grafiken und -Animationen erstellen können. Wenn Sie Ihre kreative Ader in diesem Bereich schon gefunden haben, werden Sie Blender vermutlich schon kennen, denn inzwischen hat das Grafikprogramm unter Grafikern, Designern und Animationsfilmern viele Freunde.

Aber auch Kreativ-Bastler, Modellbauer oder Webworker können Blender sehr gut für das eigene Hobby einsetzen. Und wenn Sie wie ich hin und wieder Animationen, Skizzen, Pläne, Grafiken und Bilder von Bastelprojekten und -modelle brauchen aber mit der eigenen künstlerischen Kreativität hadern, kann ich Ihnen dieses Programm nur wärmstens empfehlen.

In diesem Artikel erläutere ich, wie Sie diese kostenlose Software für Ihr eigenes Hobby nutzen können. Gleich vorweg – Blender 3D ist kein Programm, dessen Nutzung Sie bis ins Detail in einem Tag erlernen können. Auch nicht in zwei Tagen. Dafür ist das Programm zu komplex und die Bedienung entspricht auch nicht unbedingt dem Schema, das Sie vielleicht von anderen Programmen gewohnt sind.

Allein die große Zahl an Anleitungen und Tutorials für Blender, die Sie im Netz finden können, ist für Anfänger eher verwirrend. Dieser Artikel soll eine kleine Einstiegshilfe in die faszinierende Beschäftigung mit Blender bieten. Außerdem möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie zweckmäßig bei der Einarbeitung in dieses sehr umfangreiche Programm vorgehen könnten.

Denn die Einarbeitung in das eher ungewöhnliche Bedienkonzept belohnt Blender mit Ergebnissen, über die Sie wahrscheinlich staunen werden.

Konstruieren mit Blender

Zunächst einmal haben Sie die Möglichkeit, in Blender auf sehr einfache Weise dreidimensionale Objekte zu zeichnen. Das können beliebige Gegenstände sein, Werkstücke oder auch komplette Bastelprojekte. Und das mit einer Genauigkeit von vier Stellen hinter dem Komma, mit der man allerdings in der Hobby-Werkstatt wohl nie arbeiten wird. blender-3d-modell

Ich benutze Blender sehr oft als Ausgangspunkt zur Ideenfindung oder bei Bastelprojekten für die ich keine Konstruktionsvorlagen mehr habe. Konstruktionszeichnungen lassen sich in Blender zwar auch nur sehr umständlich und auf Umwegen erstellen – dafür gibt es bessere CAD-Programme – aber für eine schnelle Visualisierung von Ideen ist Blender mAn unschlagbar.

Man sieht am 3D-Modell wo Aufbau oder Proportionen nicht stimmen und kann schnell entsprechende Änderungen vornehmen. Besonders bei mechanischen Modellen ist die Möglichkeit, Objekte oder Teile davon zu animieren natürlich besonders praktisch.

Blender enthält eine Reihe von Erweiterungen mit bereits vorgefertigten komplexen Objekten (Schrauben, Treppen, Mauern etc. ), die Sie in Ihre Konstruktionen einfügen können.

Bastelvorlagen, Skizzen und Bilder erstellen – ganz einfach

Von den fertigen 3D-Modellen können Sie aus Blender heraus Bilder oder eben auch Videos in verschiedene Bildformate exportieren lassen. Der große Vorteil ( ganz besonders für mich ) ist, dass man ganz einfach und ohne besonderes künstlerisches Talent die Modelle aus jeder Richtung und perspektivisch korrekt darstellen kann.

Dank der neuen Erweiterung „Freestyle“, die in die aktuelle Version von Blender aufgenommen wurde, sind außer fotorealistischen Darstellungen auch skizzenartige Darstellungen möglich.

Bastel- und Malvorlagen für Kinder zum Beispiel kann man damit sehr einfach anfertigen. Und mit ein wenig mehr Aufwand lassen sich mit Freestyle in Blender schließlich doch Konstruktionszeichnungen erzeugen.

Modellanalyse für 3D-Druck

Selbstverständlich kann Blender auch in die von 3D-Druckern benötigten Dateiformate exportieren. Beim 3D-Druck werden an die Modellvorlagen bestimmte Anforderungen gestellt. Beim Auftragen der Druckschichten darf zum Beispiel der Materialüberhang nicht zu groß werden. Und die gedruckten Meshes müssen wirklich dicht sein. Blender enthält deshalb eine 3D-Printing-Toolbox, mit der man diese Eigenschaften sehr einfach kontrollieren kann.

Blender 3D – darfs ein bisschen mehr sein?

Blender bringt also alle nötigen Funktionen mit, die Sie für die Erstellung Ihrer Grafiken oder Animationen brauchen. Orientiert man sich an der grundsätzlichen Herangehensweise bei der Erzeugung dreidimensionaler Grafiken, kann man diese Funktionen und Werkzeuge grob in drei Bereiche unterteilen:

  • Modelling – Hier werden die Objekte, Gegenstände und Charaktere erstellt, die später im fertigen Bild oder in der Animation dargestellt werden sollen. Intern stellt Blender die Oberflächen der Objekte durch maschenartig miteinander verbundene Polygone dar. Durch Verschieben, Spiegeln, Duplizieren und Extrudieren der Maschenknoten und Linien lassen sich Objekte sehr exakt modellieren.
  • Texturing – Hier kann man die Oberflächen der Objekte mit Farbe und Struktur versehen. Dazu werden der „Mesh“ die entsprechenden Werte zugewiesen. Die so festgelegten Werte lassen sich sehr fein aufeinander abstimmen und miteinander mischen, was zusammen mit den ausgereiften Lichteffekten zu Bildern mit hohem Realitätseffekt führt.
  • Rendering – Aus den Modell- und Texturierungsvorgaben und einer ganzen Reihe weiterer Daten errechnet Blender nun eine fotorealistische Grafik. Für die Speicherung stellt Blender eine Vielzahl an Datenformaten zur Verfügung.

Wie schon angedeutet, stellt Blender noch sehr viele weitere spezielle und interessante Funktionen bereit, die uns hier aber nicht interessieren sollen.

Workflow mit Shortcuts

Eine solche Funktionsvielfalt lässt sich natürlich auch in eine Mausgestütze „intuitive“ Bedienoberfläche einbauen. Ab einem gewissen Funktionsumfang wird das Hangeln durch Menüs und Untermenüs aber unübersichtlich, umständlich und irgendwie kommt kein richtiger Workflow auf.

Das ist bei Blender eben anders: Die Entwickler von Blender gehen bei der Bedienung konsequent eigene Wege. Viele Funktionen werden über Tastenkombinationen angesprochen. In der Praxis bedeutet dies: die Arbeit mit Blender wird ungemein erleichtert, wenn man Sinn und Zweck einiger Tastenfunktionen erlernt oder wenigsten griffbereit notiert. Hat man diese kleine Hürde genommen, lässt es sich wunderbar arbeiten. Beherrschen Sie erst’mal die wichtigsten Basics, werden Sie sehen, dass es richtig Spaß macht, mit Blender zu arbeiten.

Ein Ziel – viele Wege

Wie Anfangs schon angedeutet, kursieren im Netz viele Texte und Videos mit Anleitungen und Beispielen zu Blender. Jede Menge Lernstoff also. Auf welche Weise Sie die Handhabung von Blender erlernen liegt natürlich ganz bei Ihnen.

Gerade zu Anfang ist es besonders spannend, die vielen Möglichkeiten, die dieses Programm bietet auch auszuprobieren. Trotzdem oder gerade deshalb möchte ich Ihnen an dieser Stelle nur den Tipp geben, sich zunächst hauptsächlich auf die wichtigsten Grundlagen der Bedienung zu konzentrieren.

Wenn Sie die grundsätzliche Arbeitsweise von Blender erfasst haben und eine Vorstellung davon, welche Programmbereiche und -funktionen Sie für eine bestimmte Aufgabe einsetzen können, haben Sie den roten Faden immer in der Hand.

Installation von Blender

Die Entwicklung von Blender wird sehr aktiv vorangetrieben. Die aktuellste für Ihr Betriebssystem geeignete Version beziehen Sie als Download direkt von der offiziellen Seite www.blender.org .  Die entsprechenden Einstellungen der Landessprache wird in den Benutzereinstellungen vorgenommen.

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