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Ob Fenster-Reparatur, Aquarien-Bau oder Tiffany-Glaskunst: Wer das Glas Schneiden beherrscht, kann mit dem spröden, störrischen Material Glas einiges anfangen.

Wie funktioniert Glas Schneiden eigentlich? Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten und welche Werkzeuge Sie benötigen.

Glas schneiden

Beim Glas Schneiden wird die Oberfläche des Glases entlang einer Schnittlinie mit dem Glasschneider eingeritzt. An dieser Stelle wird dabei die mehr oder weniger gleichmäßige Oberflächenspannung des Glases zerstört und es entstehen kleine, in die Tiefe des Glases reichende Risse, die sich sofort mit Glasstaub füllen.

Die winzigen Risse sind also mit Glasstaub gefüllt, können sich deshalb nicht mehr schließen und erzeugen dadurch im Glasgefüge eine Spannung entlang der Schnittlinie.  Jetzt reicht eine geringe Kraft von Außen, um das Glas über eine Tischkante oder eine unter gelegte Holzleiste an dieser Stelle brechen – oder besser gesagt – reißen zu lassen.

Brechen Sie das Glas nicht sofort, sondern warten einige Zeit, erzeugt der eingeklemmte Glasstaub nach und nach weitere kleine Risse. Die ursprünglich vorhandene Spannung im Schnittspalt wird auf diese Weise immer weiter abgebaut – das Glas lässt sich immer schlechter brechen.

Also: Glas immer sofort brechen.

Schneidöl

Wie Sie sehen, sind die winzigen, beim Glas schneiden entstehenden  Glaskörnchen für den Schneidvorgang sehr wichtig. Es kommt scheinbar darauf an, dass diese möglichst schnell in den entstandenen Riss rieseln. Durch die Verwendung einer möglichst dünnflüssigen Schneidflüssigkeit kann man hierbei etwas nachhelfen. Gut geeignet ist zum Beispiel Petroleum.

Im Handel erhältliche befüllbare Öl-Glasschneider führen beim Schneiden eine kleine Menge Öl auf die Schnittlinie. Einen herkömmlichen Glasschneider taucht man dazu kurz vorher in das Schneidöl und setzt dann den Schnitt an.

Nur ein Schnitt

Um eine möglichst saubere „Schnittkante“ im Glas zu erhalten, ist es wichtig, den erwähnten Riss im Glasgefüge möglichst in einem Zug zu erzeugen.

Ziehen Sie mehrmals mit dem Glasschneider über die Schnittlinie, erzeugen Sie viele Nebenrisse und das Schnittbild wird unsauber.

Für gerade Schnitte legt man den Glasschneider an ein Lineal oder Winkel an. Für geschwungene Linien benutzt man Schablonen.

Krümmungen lassen sich oft auch freihändig  ausführen. Dabei legt man die Schablone unter die Glasscheibe und zieht die Konturen mit dem Glasschneider nach.

Gekrümmte Schnittlinien brechen

Glas bricht meist entlang einer geraden Linie. Sollen geschwungene Linien herausgearbeitet werden, ist es deshalb erforderlich an geeigneter Stelle Hilfsschnitte anzulegen. Das erfordert schon sehr viel Erfahrung und Übung.

Druck machen mit Gefühl

Der Druck, mit dem der Schnitt ausgeführt wird, ist entscheidend für das Gelingen der Arbeit. Je nach Stärke und Härte des Glases sollte man hier mehr oder weniger Kraft aufwenden.

Glas ist ein Gemisch aus verschiedenen Mineralien. Je nach Beimengung entsteht bei der Herstellung weicheres oder härteres Glas. Manche bunte Glassorten enthalten Metalloxide für die intensive Farbgebung; diese Gläser sind meist härter als zum Beispiel normales Fensterglas.

Der Glasschneider

Einfache Glasschneider bestehen meist aus einem metallenem Schneidkopf mit hölzernem Griff. Der Schneidkopf enthält oft mehrere Schneidrädchen aus Stahl in einer drehbaren Halterung. Ist ein Schneidrädchen abgenutzt, dreht man die Halterung mit einem Schraubenschlüssel und verwendet das nächste Rädchen.

Für Profis sind Stahlrad-Glasschneider für unterschiedliche Glashärten und auch mit Diamant-Schneide erhältlich.

Zum Üben sollten Sie zunächst normales Fensterglas verarbeiten. Am besten sorgen Sie für eine sauber Unterlage. Alte Zeitungen, eine Filz- oder Gummimatte sind ideal. Mit einer kleinen Bürste oder einem großer Pinsel lässt sich der Glasstaub von der Unterlage entfernen.

Wegen der Gefahr umher fliegender Glassplitter sollten Sie unbedingt eine Schutzbrille tragen. Ein Kittel aus glattem Stoff lässt sich einfach vom Glasstaub reinigen.

Ein Anschlagwinkel ermöglicht rechtwinklige Schnittkanten. Schablonen sind zweckmäßig, wenn Sie mehrere gleichförmige Stücke ausschneiden möchten.

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