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Zinkenverbindungen sind dekorativ und gehören zu den stabilsten Massivholzverbindungen. In Industrie und Handwerk werden Zinkungen heute meist mit Fräsmaschinen rationell hergestellt. Auch im Hobby-Bereich werden oft Frässchablonen und spezielle Erweiterungen für Handfräsen oder Bohrmaschinen zum Zinkenfräsen eingesetzt.

Aber selbst mit ganz einfachen Handwerkzeugen und der unabdingbaren Geduld zum Sammeln eigener Erfahrungen bei der Herstellung einer Zinkenverbindung, wird man ansehnliche Ergebnisse erhalten. Alles was Sie dazu benötigen sind Bleistift, Anreißnadel ( Spitzbohrer ), evt. Streichmaß, Lineal, Winkelhaken ( 90° Anschlagwinkel ), Stecheisen und eine Feinsäge.

Zinkeneinteilung

Die Länge der Zinken ergibt sich natürlich aus der Stärke des verwendeten Holzes. Die Anzahl der Zinken wird aus der Breite errechnet. Für die Stabilität der Verbindung ist auch die Schräge der Zinken von Bedeutung. Je nach Härte des Holzes sind hier mehr oder weniger starke Abschrägungen der Zinken vorteilhaft.

Für die Berechnung der Zinkeneinteilung gibt es verschiedene Herangehensweisen und Vorschläge. Das macht Sinn, denn eine Zinkenverbindung soll eben nicht nur stabil sein, sondern auch gut aussehen. Und da spielen die Abmessungen des Werkstücks eine große Rolle.

Die Zinken- und Schwalben eines Werkstück mit 100 mm Breite und 10 mm Dicke haben, mit der selben Methode errechnet, eine ganz andere optische Wirkung als die eines mit 50 mm Breite und 12 mm Dicke.

Um’s für den Anfang einfach zu halten empfehle ich Ihnen es zunächst mit der hier vorgeschlagenen Einteilung zu versuchen. Später liefere ich Ihnen auch noch eine kleine Formel, mit der Sie selbst die Berechnungen vornehmen können.

Für wichtige Bauvorhaben fertigt man sich in der Regel auf der Bauskizze ohnehin auch eine Konstruktionszeichnung für die Zinken- Schwalbenverbindungen um die optische Wirkung besser beurteilen zu können.

Los geht’s

Die Kanten der zusammengehörigen Holzbretter sollten winkelrecht sein, damit sie saubere Ergebnisse erhalten.

Die Zinkenkonstruktion

Zinkenverbindung anreissen Wie auf dem ersten Bild dargestellt reißen Sie bitte als erstes auf der Stirnholzseite die Hälfte der Brettstärke (b) mit dem Streichmaß an. Sie können dazu aber auch ein Lineal und einem spitzen Bleistift oder einem Spitzbohrer verwenden. Nun unterteilen sie diese Linie wie angegeben.

Schwalbenschwanz anreissenAuf der Langholzseite ziehen Sie mit Streichmaß oder Lineal eine Linie im Abstand der Brettstärke b der Schwalbenschwanzseite (Bild 2).

Zinkenkonstruktion anreissenAuf einem weiteren Holzstück, das sie im rechten Winkel an das Stirnholz der Zinkenseite halten, ziehen Sie nun im Abstand von drei Brettstärken eine weitere Linie und tragen danach die Unterteilungen dieser Linie wie angegeben ein.

Zinken umwinkelnZiehen Sie nun eine jeweils durchgehende Linie von den eben erstellten Unterteilungspunkten auf Stirnholz und Hilfsbrett. Betrachten Sie sich Ihre Konstruktion bitte noch einmal in aller Ruhe und kennzeichnen dann die richtigen :) Aussparungen für die Schwalbenschwänze, die im folgenden Schritt ausgesägt werden.

Übertragen Sie mit einem Winkel die Zinkenrisse auf die Längsseite des Holzes.

Nun sägen Sie die Aussparung aus. Versuchen sie bitte so genau zu arbeiten, wie Sie können. Die Zinkenrisse sollen stehenbleiben.

Schwalbenschwänze ausstechenDrehen Sie das Brett mit der engeren Seite der vorgezeichneten Aussparungen nach oben und stemmen diese von der Stirnseite her zunächst grob, danach mit senkrechten Stichen an der Hilfslinie etwa bis zur Hälfte aus.

Sie sollten sich beim Ausstechen langsam an die Hilfslinie „herantasten“, um nicht aufeinmal zuviel wegzunehmen.

Nun das Werkstück wenden und die Aussparung ganz ausstemmen.

Wenn Sie unsauber gesägt haben, dann hoffentlich so, dass Sie nun mit dem Stecheisen noch etwas nacharbeiten können. Die Zinkenrisse sollen immer noch stehenbleiben.

Sie werden sehen, je öfter Sie Zinkenverbindungen herstellen, umso genauer wird das Ergebnis.

Schwalbenschwänze

Nun kommt es wirklich auf präzises Arbeiten an. Stellen Sie das fertige Zinkenbrett auf das Brett der Schwalbenseite. Richten Sie das Zinkenbrett bündig mit der Stirnseite des Schwalbenbretts aus und zeichnen mit einem Spitzbohrer die Schwalbenschwänze an.

Übertragen sie dann die Linien mit einem rechten Winkel auf die Stirnseite. Markieren sie bitte wieder die Aussparungen, damit Sie nicht versehentlich die falschen Teile ausschneiden.

Zinkenverbindung anreissen

Offene Zinkenverbindung prüfen

Sägen Sie die Aussparungen für die Zinken bitte wieder so, dass die Risslinien stehen bleiben. Zum Schluß müssen Sie auch hier die Aussparungen mit einem Stecheisen herausstemmen.

Vor dem Zusammenleimen sollten Sie die beiden Teile zusammensetzen und auf Passgenauigkeit überprüfen. Evtl. mit dem Stecheisen nacharbeiten.

Fertige Zinkenverbindung

Zinkenkonstruktionen selbst berechnen

Eine einfache Formel nach der Sie solche Konstruktionen selbst berechnen können ist:

Anzahl Schwalben = Breite des Werkstücks / 1,5 * Stärke des Werkstücks

Anzahl Zinken = Anzahl Schwalben + 1

Nach den Ergebnissen dieser Berechnungen können Sie dann die Hilfslinien wie oben beschrieben unterteilen. Bei der Konstruktion dieser Verbindungen lohnt es sich allerdings manchmal zugunsten einer besseren Optik der Zinkenverbindungen solche festen Vorgaben zu variieren.

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